1999 musste sich der digitale Produktionsdruck gegenüber dem Offsetdruck erst noch behaupten. Look Graphic in Genf traf damals eine Entscheidung, die das Unternehmen über mehr als 25 Jahre prägen sollte. Mit einer HP Indigo ePrint 1000+ investierte der Betrieb in seine erste Digitaldruckmaschine. 2025 folgte mit der HP Indigo 7K bereits die fünfte Maschine dieser Technologie.
Diese Kontinuität basiert nicht auf einer grundsätzlichen Bindung an einen Hersteller. Entscheidend ist vielmehr, dass die Indigo Technologie die technischen Anforderungen der Druckerei, die Erwartungen ihrer Kunden und die Anforderungen an die Produktion über viele Jahre erfüllt hat.
Von der Fotolithografie zum Digitaldruck
Look Graphic wurde 1985 gegründet und war zunächst in der Fotolithografie tätig. 1991 investierte das Unternehmen in ein Scitex Montagesystem in Verbindung mit einem Grossformatbelichter. Mit der zunehmenden Verbreitung von CtP-Systemen und der Integration der Druckvorstufe in die Druckereien musste Look Graphic ein weiteres Geschäftsfeld erschliessen.
Das Unternehmen begann, sich mit dem Digitaldruck auseinanderzusetzen. Die Entscheidung fiel nicht aus dem Bauch heraus. Look Graphic prüfte die verfügbaren Systeme und führte zahlreiche Tests durch. Die Indigo Technologie überzeugte durch ihre Flexibilität, vor allem aber durch das Druckbild der Flüssigfarben. «Die anderen Lösungen lieferten ein hochglänzendes Ergebnis mit einem leicht spürbaren Relief. Alle ausser der Indigo Technologie», erklärt Pierre Mouchet, Geschäftsführer von Look Graphic.
1999 kaufte das Unternehmen eine HP Indigo ePrint 1000+. Das matte Druckbild auf gestrichenen wie ungestrichenen Papieren kam dem Offsetdruck nahe und wies kein fühlbares Relief auf. Für Look Graphic war dies ein entscheidendes Kriterium. Damit konnte das Unternehmen Offsetdruckereien Kleinauflagen anbieten, deren Erscheinungsbild mit konventionell produzierten Drucksachen übereinstimmte. Der Einstieg in den Digitaldruck hatte auch wirtschaftliche Gründe. Ende der 1990er-Jahre ging die Nachfrage nach Typografie und Filmen stark zurück. Look Graphic suchte nach einer Möglichkeit, Kleinauflagen als Dienstleister für andere Druckereien zu produzieren und das Angebot auf die veränderten Bedürfnisse seiner Kunden auszurichten.
Fünf Maschinen im Takt der Unternehmensentwicklung
Die erste ePrint 1000+ war der Beginn einer Reihe weiterer Investitionen. 2008 installierte Look Graphic eine HP 3050. 2015 wurde sie durch eine HP 5500 ersetzt. Zu den wesentlichen Fortschritten zählten eine höhere Flexibilität und Druckgeschwindigkeit. 2021 investierte das Unternehmen in eine HP Indigo 7R. Bei der Entscheidung spielten Kriterien wie Produktivität und eine ressourcenschonendere Produktion mit weniger Makulatur eine Rolle. Als 2024 das Serviceende für die 7R angekündigt wurde, plante Look Graphic den Ersatz frühzeitig. Das Unternehmen entschied sich für eine HP Indigo 7K, die 2025 installiert wurde. Sie ist die fünfte Indigo Digitaldruckmaschine des Unternehmens seit 1999. Bei der 7K stellt Look Graphic eine höhere Farbstabilität fest, insbesondere bei niedrigen Flächendeckungen und gleichmässigen Volltonflächen. Das Unternehmen bewertet auch die Farbhaftung auf den eingesetzten Substraten besser als bei der Vorgängergeneration.
Diese Chronologie steht für technologische Kontinuität, aber auch für klare Anforderungen an jede Investition. Jede Maschinengeneration muss konkrete Einschränkungen ihres Vorgängers überwinden und zusätzliche Produktionsmöglichkeiten erschliessen.
Von Kleinauflagen zu Anwendungen mit hoher Wertschöpfung
Das Geschäftsmodell von Look Graphic basiert auf kurzen Lieferzeiten, Personalisierung, kleinen Auflagen und Kostenkontrolle. Zum Kundenstamm gehören Privatpersonen, Verbände, kulturelle Institutionen, Industrieunternehmen und Auftraggeber aus dem Premiumsegment.
Die Auflagen sinken, gleichzeitig steigen die gestalterischen Anforderungen. Der Digitaldruck übernimmt dabei nicht nur Aufgaben, die im Offsetdruck bei kleinen Stückzahlen unwirtschaftlich wären. Er ermöglicht auch Anwendungen, die mit anderen Druckverfahren nur mit entsprechendem Aufwand oder höheren Kosten produziert werden könnten. Variable Daten spielen dabei eine zentrale Rolle. Look Graphic kann Texte und Bilder für jedes einzelne Exemplar individualisieren. Diese Fähigkeit hat zum Ausbau des Geschäfts als Produktionspartner für andere Druckereien beigetragen. Der PSO-Modus der Maschine ermöglicht eine Annäherung des Digitaldrucks an das Erscheinungsbild des Offsetdrucks und erleichtert damit die Zusammenarbeit mit konventionellen Druckereien.
Für Pierre Mouchet gehört diese Nähe zum Offsetdruck zu den Stärken der Technologie: «Wenn es darum geht, möglichst nahe an das Druckbild des Offsetdrucks heranzukommen, ist HP Indigo für uns nach wie vor die beste Lösung.»
Sieben Farbwerke und ein erweiterter Farbraum
Über die verschiedenen Maschinengenerationen hinweg sieht Look Graphic drei wesentliche Fortschritte. Der erste betrifft die Druckgeschwindigkeit. Der zweite liegt in der Erweiterung des Farbraums durch den Ausbau von vier auf sieben Farben. Die Kombination aus CMYK, Violett, Orange und Grün deckt nach den genannten Erfahrungen bis zu 93 Prozent des Farbraums ab. Der dritte Fortschritt betrifft funktionelle Farben wie deckendes Premium White und die Metallicfarbe Silver.
Die sieben Farbwerke der HP Indigo 7K lassen sich mit zusätzlichen Farben bestücken oder für Weiss und Silber konfigurieren. Silver kann mit weiteren Farben überdruckt werden, um unterschiedliche Metallicfarbtöne zu erzeugen. Look Graphic nutzt diese Möglichkeiten für anspruchsvolle Anwendungen mit hoher Wertschöpfung. Deckendes Weiss bietet bei verschiedenen Anwendungen eine Alternative zum Siebdruck. Im OneShot-Modus werden die Farben zunächst auf das Gummituch übertragen und anschliessend in einem einzigen Druckvorgang auf das Substrat transferiert. Das sichert die Passergenauigkeit auch bei dimensionsinstabilen Materialien und eignet sich unter anderem für bestimmte Etikettenanwendungen. Ein Primer im ersten Farbwerk erweitert das Spektrum der bedruckbaren Substrate. Look Graphic kann Papiere, strukturierte Materialien und synthetische Substrate verarbeiten, ohne diese vor dem Druck grundsätzlich extern vorbehandeln zu müssen.
Produktivität beginnt beim Einrichten
Die Fortschritte beschränken sich nicht auf das Druckbild. Look Graphic erzielt bereits bei der Auftragsvorbereitung Produktivitätsgewinne. Die Maschine lässt sich schneller einrichten und benötigt dabei wenig Makulatur. Auch der Wechsel zwischen unterschiedlichen Substraten wurde über die verschiedenen Maschinengenerationen vereinfacht.
Diese Verbesserungen entsprechen den veränderten Anforderungen der Aufträge. Produktionszeiten werden kürzer. Kunden verlangen eine konstantere Qualität und höhere Farbsicherheit. Agenturen und kulturelle Institutionen verfolgen häufig einen gestalterischen Ansatz, dessen Bewertung subjektiv bleiben kann. Unternehmen definieren ihre Ziele meist konkreter und akzeptieren eher bestimmte Kompromisse, die sich aus produktionstechnischen Rahmenbedingungen ergeben. Personalisierung, Reaktionsgeschwindigkeit und die wirtschaftliche Produktion kleiner Stückzahlen werden damit ebenso zu Bestandteilen der Dienstleistung wie die Druckqualität.
Technologie als unternehmerische Entscheidung
Look Graphic will sich nicht über einen Preis- und Mengenwettbewerb um Grossaufträge positionieren. Das Unternehmen konzentriert sich auf Nischen, die klassische Druckereien nicht oder nur eingeschränkt bedienen. Das Geschäftsmodell basiert auf Agilität, Flexibilität, Personalisierung und der Beherrschung digitaler Druckanwendungen. Diese Ausrichtung stützt sich auf die Struktur eines Familienunternehmens und ein Team mit vielseitigen Kompetenzen. Look Graphic pflegt eine enge Beziehung zu einem lokalen, breit gefächerten und anspruchsvollen Kundenstamm. «Bei uns gibt es keine kleinen Kunden», sagt Pierre Mouchet.
Nach fünf Maschinengenerationen zeigt sich die Verbundenheit von Look Graphic mit HP Indigo nicht allein an der Zahl der installierten Digitaldruckmaschinen. Sie zeigt sich in einem über Jahrzehnte entwickelten Produktionsmodell, das auf Kleinauflagen, die Übereinstimmung mit dem Offsetdruck, kurze Lieferzeiten und Anwendungen mit hoher Wertschöpfung ausgelegt ist.
Auf die Frage, auf welche Entwicklung er am meisten stolz sei, verweist Pierre Mouchet auf die Fähigkeit von Look Graphic, sich gemeinsam mit der Technologie weiterzuentwickeln und gleichzeitig seine Kunden zu begleiten und langfristig zu binden. Technische Aufgabenstellungen und zufriedene Kunden sind für ihn bis heute die entscheidenden Motivatoren.
Mehr als 25 Jahre nach der Installation der ePrint 1000+ führt die HP Indigo 7K diesen Ansatz fort. Technologie ist für Look Graphic kein Selbstzweck. Sie ist ein industrielles Produktionsmittel, das das Unternehmen anhand der Anwendungen auswählt, prüft und erneuert, die es beherrschen und seinen Kunden anbieten will.
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