Brändle Druck AG startet mit HP Indigo durch

Brändle Druck AG startet mit HP Indigo durch Digitaldruck

Text und Bilder: Paul Fischer, Swiss Print + Communication

Seit Jahrzehnten positioniert sich die Brändle Druck AG mit Standort Mörschwil als klassische Druckerei. Durch den Einstieg eines Partnerunternehmens mit anderer Ausrichtung hat die KMU-Druckereien innert kürzester Zeit eine verblüffende innere Wandlung vollzogen. Im Zentrum des Wandels steht die Installation einer HP Indigo 7K. Blick auf eine bewährte Digitaldrucktechnologie, welche grafischen Unternehmen gerade im heutigen Marktumfeld viel Entwicklungspotenzial ermöglicht.

Dani Tobler, Geschäftsleiter Brändle Druck AG, ist ein Mann, der gerne und viel lacht. Deshalb sind Gespräche mit ihm schnell einmal eine lockere Angelegenheit. Doch bekannterweise ist die Führung eines grafischen Unternehmens mit Schwerpunkt Print heutzutage alles andere als eine lockere Sache. Brändle Druck AG ist ein Unternehmen mit dreizehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, achtzig Jahre Geschichte, regional hervorragend verankert, viele langjährige und enge Kundenbeziehungen. Natürlich spürte man auch hier die zunehmende Verlagerung der Kommunikation ins Digitale, verbunden mit tieferen Auflagen. Es wurde weniger, aber dafür häufiger gedruckt. Der Markt wurde zwar immer schwieriger, doch er bot immer noch interessante Chancen und Perspektiven. Dann kam die Pandemie. Der Trend zur Digitalisierung nahm noch mehr zu, gleichzeitig wurde es immer schwieriger, mit dem bestehenden Geschäftsmodell Wachstum zu generieren. Dani Tobler zur Entwicklung: «Wir sparten, wo wir konnten, und taten alles, um noch effizienter zu werden.» Doch ohne wirkliche Wachstumsperspektiven in einem reinen Verdrängungsmarkt zu agieren, ist nicht prickelnd. Dani Tobler: «In einem KMU kann man personell nur bis zu einem gewissen Niveau Personal abbauen. Irgendwann kommt der Punkt, wo man einfach nicht mehr weiter reduzieren kann, ohne das eigene Dienstleistungsangebot zu zerstören. Es war klar, dass wir mit unserem Geschäftsmodell einer eigenständigen KMU-Druckerei mit industriellem Druck und regionaler Ausrichtung angesichts der Marktentwicklung über die Bücher gehen mussten.»

Brändle Druck AG startet mit HP Indigo durch Digitaldruck
vlnr Daniel Schneider, Dani Tobler

Wachstum generieren

Dani Tobler erklärt die Ausgangslage. «Wir waren und sind ein gesundes Unternehmen mit einem breiten Kundenstamm und regional hervorragend aufgestellt. Doch das alleine generiert im heutigen Marktumfeld eben kein Wachstum mehr. Uns war deshalb klar, dass, wenn es so weiterginge, wir langfristig an einen Punkt gelangen würden, wo nur noch drei Möglichkeiten bestehen würden: Aufgabe des Geschäfts, Fusion mit einem Mitbewerber oder Reduktion des Geschäftsmodells auf einen Drucksachenbroker, der seine Druckaufträge komplett extern vergibt.» Doch dank eines breiten Beziehungsnetzes wurde ein erfolgreiches und wachsendes Medienunternehmen mit nationaler Ausrichtung auf die Brändle Druck AG aufmerksam. Dort sucht man eine wirtschaftlich gesunde und flexible Akzidenzdruckerei mit bestehendem regionalem Kundenstamm sowie erfahrenem Team als ideale Ergänzung zum eigenen Unternehmensmodell. Unter der neuen Besitzstruktur würde die Brändle Druck AG vom Kooperationspartner die gesamten Kleindrucksachen übernehmen, aber auch neue Geschäftsfelder erschliessen können. Doch ganz so einfach war es eben nicht. Damit die Brändle Druck AG die angestrebte Geschäftsstrategie umsetzen konnte, musste sie sich produktionstechnisch verändern.

Effizient und flexibel

Der Einstieg des Medienunternehmens bei der Brändle Druck AG erfolgte dementsprechend unter einer klaren Vorgabe: um produktionstechnisch den künftigen Marktgegebenheiten gewachsen zu sein und Wachstumschancen wahrnehmen zu können, musste in ein echtes industrielles Digitaldrucksystem als zweites Standbein neben dem industriellen Offsetdruck investiert werden. Eine erhebliche Investition. Doch nur so liess sich die angestrebte Geschäftsmodelltransformation umsetzen. An dieser Stelle könnte man eigentlich den Bericht beenden. In Mörschwil installierte man 2024 eine HP Indigo 7K. In kürzester Zeit wurde das System zum Rückgrat der Produktion. Auch wenn im Drucksaal noch immer die Fünffarbenbogenoffsetmaschine im Format 50×70 aus dem Jahr 2011 steht. Dort bleibt sich auch noch für einige Zeit, aber praktisch alles, was bei der Brändle Druck AG in den letzten zwölf Monaten als neue Druckaufträge verbucht werden konnte, läuft über das industrielle Digitaldrucksystem.

In diesem Zusammenhang interessiert es natürlich, warum sich die Brändle Druck AG für die HP Indigo 7K entschieden hat. Dani Tobler erläutert: «Wäre es nur darum gegangen, traditionelle Akzidenz-Kleindrucksachen unseres neuen Partners zu übernehmen, wäre der Entscheid wahrscheinlich ganz anders ausgefallen. Aber das wäre ja die Fortführung des bestehenden Geschäftsmodells gewesen, und das wollte niemand. In der neuen Partnerschaft gibt es viele Kleinaufträge, die nicht auf Papier, sondern auf anderen Materialien wie Kunststoff verarbeitet werden. Dazu kommen zahlreiche Aufträge in Form von POS-Materialien und Verpackungen. Wir brauchten also einerseits ein Digitaldrucksystem, welches traditionelle Akzidenz-Auftragsarten industriell verarbeiten kann. Auf der anderen Seite musste das System in der Lage sein, spezielle und schwere Materialien ohne Qualitäts- und Produktivitätseinbussen abarbeiten zu können.»

Sicht des Lieferanten

Hier kommt die CHROMOS Group ins Spiel, welche in der Schweiz und in Österreich die HP Indigo-Systeme verkauft, betreut und wartet. «Deal Maker» aufseiten der CHROMOS Group war Heinrich Maag. Er ist seit vielen Jahren in der Branche als «Mr. Offset» des Unternehmens aus Dielsdorf bekannt. Bedingt durch den strukturellen Marktwandel, hat sich aber die CHROMOS Group entschlossen, ihre Verkaufs- und Kundenbetreuungsstrukturen den veränderten Umständen anzupassen. Bis vor wenigen Jahren gab es einen dezidierten Verkaufskanal für den Offset und einen für den Digitaldruck – ein System, dass nicht mehr die aktuellen Marktanforderungen abbildete. Heinrich Maag dazu: «Kunden wollen heute nicht mir eine Offset- oder eine Digitaldrucklösung. Sie wollen die für sie richtige Lösung, die Drucktechnologie ist da nur noch Mittel zum Zweck.»

Deshalb wurde das Verkaufsteam der CHROMOS Group organisatorisch verändert und Heinrich Maag wurde zum Allrounder, der einerseits Offsetmaschinen von RMGT und gleichzeitig Digitaldrucksysteme der Kundschaft anbietet. Für ihn, der in seiner Berufskarriere lange als Servicetechniker arbeitete und erst später in die Rolle des Verkäufers «rutschte», keine Herausforderung, sondern logische Folge der technologischen Veränderungen und vor allem der Marktentwicklung. Eine Entwicklung, die für ein Unternehmen wie die CHROMOS Group gemäss Heinrich Maag Perspektiven eröffnet: «Ursprünglich ein Handelshaus, haben wir uns zu einem Lösungsanbieter entwickelt. Da wir nicht Tochter eines Anbieters von Druckmaschinen oder Digitaldrucksystemen sind, sondern eigenständig Lösungen vertreiben, können wir viel ergebnisoffener arbeiten. Das kann in einem Fall eine Offsetmaschine sein, in einem anderen Fall eine Digitaldruckmaschine. Das ist der grosse Unterschied zu unseren Mitbewerbern. Auch wenn es nicht so kommuniziert wird, geht es bei ihnen am Ende darum, die von der Konzernmutter hergestellten Systeme so gut wie möglich im Markt zu verkaufen. Da kann man nicht mehr hundert Prozent neutral an ein Investitionsprojekt herangehen.» Zum Fall Brändle Druck AG meint er: «Das gesamte Investitionsprojekt zeigt sehr schön auf, wie sich die Branche verändert. Mit unseren Vertretungen von HP Indigo, Fujifilm Revoria und RMGT bieten wir unseren Schweizer Kunden genau das, was es braucht, um sich eigenständig im industriellen Druck weiterentwickeln zu können. Mit der HP Indigo 7K konnten wir in Mörschwil genau die Lösung anbieten, welche das Unternehmen wirklich brauchte.»

Die HP Indigo 7K

In den Verkaufsinformationen der CHROMOS Group wird die HP Indigo 7K wie folgt beschrieben: «Eine Maschine – unendliche Möglichkeiten». Die CHROMOS Group vertreibt die HP Indigo-Produkte seit vielen Jahren in der Schweiz. Dies mit der gesamten Palette. Die umfasst heute die 7900CPO und die 7K im SRA3+-Format, die 12000CPO, 18K/18K HD und die 120k im B2-Format. Die Modellbaureihen 6900CPO und 6K für flexible Materialien und Etiketten, die V12 für den hochindustriellen Etikettenbereich, die 20000CPO und die 200K für flexible Verpackungen, die 35K für den spezialisierten Kartonbereich und die 7K/6K Secure für den Sicherheitsdruck. Dazu kommen noch die Revoria-Tonersysteme, welches das Angebot «nach unten» abrunden. Es ist ein umfassendes Portfolio für den industriellen Druck in der Schweiz.

Jahrelang galt HP Indigo als Synonym für industriellen Digitaldruck in guter Druckqualität. Das hat sich zumindest im Akzidenzmarkt in den letzten Jahren geändert. Mittlerweile gibt es mehrere Mitbewerber-Inkjetsysteme im B3- und im B2-Format, die auch sehr gute Druckqualität bieten. Einige Druckereien haben sich deshalb in den letzten drei Jahren für diese Angebote entschieden. Bei der Brändle Druck AG waren Inkjet-Lösungen aber nach eingehender Analyse kein Thema. Dani Tobler erläutert: «Wir suchten ein Drucksystem, dass nicht nur alle möglichen Akzidenzarten, sondern auch Verpackungen und POS-Aufträge gleich gut verarbeiten kann. Die heute im Markt angebotenen Inkjet Systeme beeindrucken ohne Zweifel mit ihrer Produktivität und Effizienz. Doch sobald sich das Auftragsprofil ausserhalb des Mainstream bewegt, decken diese Systeme das bereits nicht mehr optimal ab. So wird kaum thematisiert, dass die im Markt angebotenen Inkjet-Lösungen nur im CMYK-Bereich arbeiten und keine Sonderfarben bieten. Wir wollten mit der neuen Maschine hingegen nicht nur Sachen verarbeiten, die wir als Akzidenzdruckerei schon immer produziert haben, sondern Projekte umsetzen, die wir bis anhin gar nicht umsetzen konnten. Wir wollten eine Art Schweizer Sackmesser. Dieses Anforderungsprofil deckt die HP Indigo 7K weitaus besser ab als die Wettbewerber aus dem Inkjet Segment.» Heinrich Maag pflichtet ihm bei: «Hinter HP Indigo stecken über zwanzig Jahre Erfahrung. Kein anderer Digitaldruck- Anbieter deckt ein so breites Portfolio ab. Die HP Indigo 7K ‹frisst› dank der Integration des Primers in eines der sieben Farbwerke alles, was man ihr gibt, von Bedruckstoffen mit 60 g/m2 bis zu 550 g/m2. Es ist ein hochflexibles und gleichzeitig industriell produzierendes System, welches alle Marktbedürfnisse abdeckt.»

Brändle Druck AG startet mit HP Indigo durch Digitaldruck

Veränderungen intern und extern

Seit rund einem Jahr produziert man bei der Brändle Druck AG mit der HP Indigo 7K. Die Maschine verarbeitet Aufträge, die vom neuen Geschäftspartner kommen. Doch dank der neuen Maschine kann man im Marketing-, POS und Verpackungssegment Dinge anbieten, die vorher gar nicht möglich waren. Seit der Installation der Indigo generiert die Brändle Druck AG wieder Wachstum. Für Dani Tobler und sein Team eine freudige, aber auch anspruchsvolle Entwicklung. Er gibt schmunzelnd zu: «Heute müssen wir pro Tag so viele Offerten erarbeiten wie früher in einer ganzen Woche. Die Zahl der Aufträge hat deutlich zugenommen, viele dieser Aufträge sind komplexer und hochwertiger. Parallel dazu haben wir das Logistik- und Versandgeschäft ausgebaut. Wir haben dank der HP-Indigo 7K wieder gute Perspektiven. Diese positive Entwicklung schlägt sich aufs Klima im Unternehmen durch. Unser Team hat zwar mehr Arbeit, aber verbunden mit mehr Freude! Dabei verarbeiten wir auf der Indigo nicht nur neue oder komplexe Aufträge. Vieles, was wir bislang im Offset herstellten, können wir genauso gut auf der 7K drucken.» Braucht es da den Offset überhaupt noch? Daniel Tobler denkt einen Moment nach: «Derzeit würden wir sicher nicht in eine Offsetmaschine investieren, aber wir können noch nicht darauf verzichten. Ähnliches lässt sich zum Bogentoner-System sagen, hier ist der Bedarf gedeckt. Dank der HP Indigo 7K sind die Perspektiven für die kommenden Jahre äusserst positiv. Ein grösseres Format wie SRA3+ ist, wenn die Entwicklung so läuft, wie wir es bis jetzt erlebt haben, durchaus vorstellbar. Mir einer B2- Maschine von Indigo könnten wir den Offset vielleicht komplett ablösen. Doch noch können wir, wie ich bereits erwähnt habe, auf den Offset nicht verzichten.» Heinrich Maag abschliessend: «Viele im Markt sagen mir: HP Indigo ist doch teuer. Ich sage immer: Was willst du mit deiner Maschine künftig machen? Willst du immer das Gleiche tun oder dich weiterentwickeln? Es gibt im industriellen Digitaldruck keinen leistungsfähigeren und flexibleren Allrounder als die Systeme von HP-Indigo. Mit einer HP Indigo 7K kann ich als ‹klassischer› B2 KMU-Offsetdrucker bestehende Kunden bedienen, aber gleichzeitig ganz neue Marktsegmente aufbauen. Das bringt mir mehr als ein Inkjet-System, dass bei reinen Standardaufträgen etwas produktiver ist, weil man mit Standard allein heutzutage nicht mehr weiterkommt.»

Dieser Artikel erschien im August 2025 in der Fachzeitschrift Swiss Print + Communication

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